Gemeinsam stark: Warum sich Frauen für die Feuerwehr entscheiden

Die Freiwillige Feuerwehr Bienenbüttel lebt vom Engagement ihrer Mitglieder. Damit das auch in Zukunft so bleibt, werden neue Kräfte gesucht – besonders Frauen. Nadine und Johanna engagieren sich seit vielen Jahren und zeigen, warum sich der Einstieg lohnt.

 

Nadine, Johanna – stellt euch bitte kurz vor: Wer seid ihr und welche Aufgaben habt ihr in der Freiwilligen Feuerwehr?

Nadine: Ich heiße Nadine Dietrich und bin 44 Jahre alt. Ich habe drei Kinder und arbeite als Lehrerin an der KGS Bad Bevensen. In der Feuerwehr bin ich Atemschutzgeräteträgerin.

Johanna: Ich bin 34 Jahre alt, lebe mit Mann und Kind in Bienenbüttel, wo ich auch aufgewachsen bin. Die Feuerwehr kenne ich schon seit meiner Kindheit durch meinen Vater und meinen Bruder. Mit 9 Jahren kam ich zur Jugendfeuerwehr, und seitdem engagiere ich mich mit viel Freude. Ich unterstütze gelegentlich die Kinderfeuerwehr und bin im aktiven Dienst tätig.

 

Was hat euch dazu motiviert, zur Freiwilligen Feuerwehr zu gehen – und was begeistert euch bis heute daran?

Nadine: Ich bin eher zufällig in der Jugendfeuerwehr gelandet und seit rund 30 Jahren dabei. Mich begeistert bis heute der Zusammenhalt und Teamgeist. Man muss sich aufeinander verlassen können – das merkt man im Einsatz, bei Ausbildungsdiensten oder gemeinsamen Aktivitäten.

Johanna: Für mich ist die Feuerwehr ein Hobby, bei dem man nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Allgemeinheit etwas tut. Es macht mich stolz, dieses Ehrenamt auszuüben. In einem Dorf wie Bienenbüttel ist die Feuerwehr kaum wegzudenken. Das Gemeinschaftsgefühl hier ist unbeschreiblich – es tut gut zu wissen, dass alle füreinander da sind.

 

Wie hat euer Umfeld reagiert, als ihr zur Feuerwehr gegangen seid – und hat sich diese Wahrnehmung im Laufe der Zeit verändert?

Nadine: In der Jugendfeuerwehr war es normal, Mitglied zu sein. Heute reagieren die Leute oft noch erstaunt, wenn sie hören, dass ich in der Feuerwehr bin.

Johanna: Ich habe eine positive Veränderung festgestellt. Früher wurde geschmunzelt, wenn ich als Mädchen erzählte, dass ich in der Jugendfeuerwehr bin. Aber ich war von Anfang an überzeugt – dieses Hobby erfüllt mich und hier fühle ich mich wohl.

 

Viele fragen sich, ob Feuerwehr mit Beruf, Familie oder Kindern vereinbar ist. Wie erlebt ihr das im Alltag – und ist ein Wiedereinstieg nach einer Familienpause möglich?

Nadine: Es gibt viele verschiedene Aufgabenfelder, sodass jeder etwas Passendes finden kann. Wenn man wegen Arbeit oder Kindern mal weniger Zeit hat, ist das kein Problem. Früher bin ich nicht zum Einsatz gefahren, wenn meine Kinder noch klein waren und ich alleine zu Hause war. Jetzt sind sie so groß, dass sie mich direkt rufen, wenn der Pieper geht, und wissen, dass ich dann meistens schnell losfahre.

Johanna: Die Feuerwehr ist sehr familienfreundlich. Ich habe meine kleine Tochter oft einfach zum Dienst mitgenommen. Während meiner Elternzeit und einem Wohnortwechsel habe ich mich beurlauben lassen – auch das war problemlos möglich.

 

Warum lohnt es sich heute besonders, Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr zu werden?

Nadine: Es ist schön, zwischen Familie und Beruf etwas für die Gemeinschaft zu tun. Das ist noch etwas anderes als zum Beispiel Sport. Außerdem machen die Ausbildungsdienste in den Gruppen auch richtig Spaß.

Johanna: Etwas Gutes zu tun, ist sehr erfüllend. Ehrenamt ist nicht selbstverständlich, und bei der Feuerwehr wird das auch oft gewürdigt. Besonders Kinder und Jugendliche profitieren von dieser starken Gemeinschaft.

 

Welche Rolle spielen Frauen heute in der Feuerwehr Bienenbüttel und welche Möglichkeiten haben sie – etwa bei Ausbildung, Einsätzen oder Führungsaufgaben?

Nadine: Heute wird kaum noch zwischen Frauen und Männern unterschieden. Ich gehe mit den Männern in die Atemschutzstrecke und fühle mich als gleichwertig akzeptiert. Vor 20 Jahren war das anders – da waren Frauen oft eher für Kuchen zuständig. Das hat sich verändert, wir haben keine Sonderrolle mehr.

Johanna: Frauen spielen eine sehr wichtige Rolle, weil Männer und Frauen unterschiedlich handeln. Diese Kombination tut unserer Kameradschaft gut. Bei den Tätigkeiten gibt es keine Aufteilung nach Geschlechtern – jeder macht das, was er oder sie sich zutraut und Freude daran hat.

 

Welche Vorurteile begegnen euch manchmal – und wie sieht die Realität tatsächlich aus?

Nadine: Oft glauben meine Schüler nicht, dass ich Feuerwehrfrau bin. Sie denken, das machen nur Männer. Aber sie lassen sich dann gerne vom Gegenteil überzeugen.

Johanna: Man könnte denken, dass Männer mehr zu sagen haben. Bei uns in der Feuerwehr wird jeder gleich akzeptiert. Wer eine Position innehat, wird respektiert, und alle hören auf diese Person.

 

Was macht die Kameradschaft in der Feuerwehr für euch persönlich aus?

Nadine: Kameradschaft ist extrem wichtig. Wir wissen, dass wir uns im Einsatz aufeinander verlassen können. Gleichzeitig entstehen Freundschaften, und man unternimmt auch mal Dinge außerhalb der Feuerwehr gemeinsam.

Johanna: Unsere Kameradschaft ist wie eine zweite Familie. Auch an schlechten Tagen bringen mich die anderen immer wieder zum Lachen – das schätze ich sehr.

 

Was möchtet ihr Frauen sagen, die überlegen, zur Feuerwehr zu gehen, sich aber noch nicht trauen?

Nadine: Kommt vorbei und lernt uns kennen – wir sind eine nette Gruppe!

Johanna: Bei uns ist jeder willkommen und gehört sofort zur „Feuerwehrfamilie“. Wer etwas Gutes für die Gemeinschaft tun möchte, sollte sich trauen und vorbeikommen!

 

KOMM, STEIG EIN!

Schnupperdienst am: 12.05. und 18.05. jeweils um 18:30 Uhr

Kontakt: Marcus Krahn, einsteigen@feuerwehr-bienenbuettel.de oder 05823 – 953156