(lf)Bienenbüttel. - eine der ersten aktiven Frauengruppen Deutschlands - Was heute noch längst nicht überall selbstverständlich ist, hat in Bienenbüttel seit 30 Jahren eine erfolgreiche Tradition: Frauen in der Feuerwehr! Als eine der ersten Feuerwehren Deutschlands hat die Freiwillige Feuerwehr Bienenbüttel bereits 1975 Frauen in den aktiven Dienst aufgenommen.

Für die damalige Zeit war das ein absolutes Novum, denn das niedersächsische Brandschutzgesetz sah Frauen in der Feuerwehr damals noch nicht vor. Doch aus der Not wurde eine Tugend. In den achtziger Jahren wurde Bienenbüttel zunehmend zur Pendlergemeinde. Gut für die Berufstätigen, aber schlecht für die Feuerwehr, denn die Einsatzkräfte tagsüber waren jetzt zahlenmäßig weniger. Frauen sollten die Lösung sein. Die Initiative ging seinerzeit vom damaligen Ortsbrandmeister Klaus Franke aus. Sein Weitblick und Engagement ergaben die Initialzündung, dass in ganz Niedersachsen Frauen in die Feuerwehr eintreten durften. Was heute unter Gendermainstreaming (Frauenförderung und Gleichstellung) als zeitgemäß propagiert wird, hat die Feuerwehr Bienenbüttel schon vor dreißig Jahren thematisiert und praktisch umgesetzt. Von Anfang an dabei: "die Ältesten" Gisela Neuholz, Hannelore Basse, Anneliese Maske und Margot Harms Frauen in der Feuerwehr Bienenbüttel gehören seitdem zum alltäglichen Bild bei Einsätzen; sie sind gut ausgebildet und verrichten ihren Dienst u.a. als Gruppenführerin, Zugführerin und stellvertretende Ortsbrandmeisterin. Sie arbeiten in der Brandschutzfrüherziehung sowie in der Jugendfeuerwehr. Die Bienenbütteler Feuerwehrfrauen sind sehr erfolgreich im internationalen Feuerwehrwettbewerb bis hin zu den Europameisterschaften und nehmen gemeinsam mit den Männern an Wettkämpfen auf Gemeinde- und Kreisebene teil. Sie engagieren sich im Katastrophenschutz, leisten Pressearbeit und sind oftmals für die Verpflegung bei dorfgemeinschaftlichen Festen zuständig. Letzteres tut dem Image der Feuerwehrfrauen keinen Abbruch. Sie verstehen sich nicht als Emanzen, sondern als Frauen, die ihren ehrenamtlichen Auftrag gewissenhaft erledigen, für den sie sich entschieden haben. Die derzeit 22 aktiven Feuerwehrfrauen sind schon lange etabliert. "Die Zeit ist vorbei, in der bei Einsätzen Polizisten und Feuerwehrleuten anderer Ortsfeuerwehren die Augen aus dem Kopf fielen, wenn unsere Frauen mit dem Tanklöschfahrzeug (mit LKW - Führerschein) angerauscht kamen oder Einsätze allein bewältigten, bzw. den Einsatz eben auch oft leiten", schmunzelt Ortbrandmeister Klaus-Georg Franke. Auch das Vorurteil, Frauen würden die Männer kontrollieren oder Unruhe in die Mannschaft bringen, können die Bienenbütteler Feuerwehrleute nicht bestätigen. Insbesondere junge Frauen (bis 25 Jahre) scheinen sich in Bienenbüttel wieder mehr für die Feuerwehr und die damit verbundenen Aufgaben zu interessieren - trotz einer immer größer werdenden Freizeitkonkurrenz. Denn wo sonst muss man von jetzt auf gleich alles stehen und liegen lassen - im Job und in der Freizeit -, um Menschen in Notsituationen zu helfen. Damit das Helfen effektiv ist, haben alle Frauen Lehrgänge und Ausbildungen erfolgreich absolviert - freiwillig und in ihrer Freizeit. Woher kommt bei allem Aufwand der Wunsch, dem Nächsten zu helfen? Ist es das gute Gefühl danach? Nur wer es ausprobiert hat, kann es beurteilen! Dreißig Jahre Frauen in der Feuerwehr Bienenbüttel sind Grund genug für eine Jubiläumsfeier, eine Rückschau aber auch, um den Fokus auf die Zukunft zu legen. Was wird den Feuerwehrmännern und -frauen künftig abverlangt? Am Sonntag, den 30. Oktober, wird das Jubiläum gefeiert. Hier sind ganz besonders die ehemaligen Feuerwehrfrauen herzlich eingeladen. Übrigens: Die Frauen und Männer freuen sich immer auf Unterstützung. Wer Interesse an einer besonderen Herausforderung in einer aktiven Gemeinschaft hat, klickt einfach auf: www.feuerwehr-bienenbuettel.de. 1975 - 2005 30 Jahre Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr Bienenbüttel

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