Allgemeine Zeitung vom 28. Februar 2017

Bienenbüttel. Radikal neue Wege geht die Freiwillige Feuerwehr Bienenbüttel seit dem Jahreswechsel: Die vier Gruppen der Stützpunktwehr wurden dabei neu aufgemischt. Alte tun seitdem Dienst mit Jungen. Die zwölfköpfige Frauengruppe wurde aufgelöst.

Die 66 Männer und Frauen bilden jetzt gemischte Gruppen. „Die Gruppen waren über Jahre zusammengewachsen. Da musste man mit Fingerspitzengefühl vorgehen“, erzählt Ortsbrandmeister Carsten Buhr. Nicht jeder war sofort begeistert, die große Mehrheit der Mitglieder ließ sich aber bei einer Versammlung Ende November von dem Konzept überzeugen.

Von den übrigen hofft Buhr, dass sie sich durch den Erfolg der Maßnahme umstimmen lassen. Aufgelöst wurde die bisherige Struktur, weil die Gruppen von der Größe und der Altersstruktur her zu große Unterschiede aufwiesen. „Das gab Probleme bei der Ausbildung“, erklärt Buhr. Eine Gruppe war mit über 20 Mitgliedern für einen Ausbilder zu groß, eine andere mit sieben zu klein. Eine Gruppe wurde immer älter. „Es kam zu Unzufriedenheiten“, berichtet der Ortsbrandmeister. „Manche Kameraden sind selbst gewechselt.“

Bei der Neustrukturierung setzte die Wehr auf Freiwilligkeit. Jeder konnte seine neue Gruppe selbst aussuchen, die Grundeinheit für die Ausbildung ist. „Solche Umstrukturierungen müssen immer mal wieder stattfinden“, sagt Buhr. „Es geht darum, dass alle den gleichen Wissenstand haben. Wir müssen die Gerätschaften Tag und Nacht beherrschen. Einmal üben reicht da nicht“, gibt er zu bedenken. „Wenn man nachts im Dunkeln bei Eis und Schnee in Einsatz ist, dann muss jeder Griff sitzen.“

Von größeren Einsätzen blieb die Stützpunktwehr Bienenbüttel in den ersten beiden Monaten verschont, dennoch zieht der Ortsbrandmeister bereits jetzt eine positive Bilanz: „Die Stimmung ist besser geworden. Die Dienstbeteiligung hat zugenommen.“

 „Das ist eine wunderbare Sache: Alt und Jung, Männlich und Weiblich zu vermischen“, lobt Kreisbrandmeister Helmut Rüger. „Weil wir wirklich alle brauchen. Wirklich alle!“, wiederholt er. Damit begegne man auch dem Klischee, die Feuerwehr sei möglicherweise an älteren Kameraden oder Frauen weniger interessiert. Gemischte Gruppen seien auch ein probates Mittel, um Jugendfeuerwehrleute mit 16 in die aktive Wehr zu integrieren und zu verhindern, dass ältere Feuerwehrleute sich aufs Abstellgleis gestellt fühlen. „Dann kann Einer vom Anderen profitieren, dass Vorbildung, vielleicht sogar Paten da sind“, so Rüger. „Das ist zukunftsweisend. Das ist beispielgebend für andere Feuerwehren.“

Von Gerhard Sternitzke, Allgemeine Zeitung Uelzen

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